Spannend: Die CNC14 Vise

Mit ein paar kleinen Änderungen an der c´t Hacksfräse haben wir den Arbeitsraum vergrößert. Mit der neuen CNC14 Vise bearbeiten wir Werkstücke jetzt auch hochkant. Ich habe damit schon Nutverbindungen und Gitarrenbodies gefräst ... und Ihr sagt mir, was ihr alles damit tun könnt ...

Die Konstruktion der c´t Hacks-CNC-Fräse (Meyer-Fräse) ist nicht nur durch ihren Flaschenzug-Riemenantrieb und kurze Hebel ein kleines technisches Schmuckstück. Auch die offenen Y-Seiten bieten für "Free-Style-Fräser" Bearbeitungsmöglichkeiten, die man bei anderen Konstruktionen schmerzlich vermisst: Werkstücke (Bretter) lassen sich z.B. weit über die Länge des Arbeitsraumes bearbeiten, wenn man in Y-Etappen fräst.

Diese Fähigkeit erweitern wir jetzt um die Möglichkeit, Werkstücke auch Hochkant, also vertikal bearbeiten zu können.

Die CNC14 Vise ist eine Spannzange die mit der Fräse verbunden ist und den Umstand nutzt, dass der Fräskopf etwa 130 mm über die -y-Kante der Basisplatte hinaus gefahren werden kann. Diese Fläche bleibt für gewöhnlich ungenutzt und wird jetzt mit einer leicht abnehmbaren Spannzange im Moxon-Stil gefüllt.

Joseph Moxon zeigt in "Mechanick Exercises: Or The Doctrine Of Handy-Works", 1683, S.69, die Abbildung einer Spannzange, die über zwei außenliegende Gewindestangen gespannt wird. Von ihm, obwohl er nicht der Erfinder ist, trägt dieser Spannzangentypus seinen Namen: Die Moxon Vise.

Diese uralte Prinzip haben wir übernommen, aber aus verschiedenen Gründen (Kosten, Platzbedarf, Druckverteilung) ein anderes Spannsystem verwendet: Zwei billige Leimzwingen, die für kleines Geld mal bei eBay erstanden wurden und die bereits im Metallschrott lagen. Für ihre eigentliche Aufgabe waren sie zu schwach. Aber in ihrer neuen Funktion können sie wieder glänzen und haben ideale Eigenschaften. Weil wir diese Kombination aus CNC und Leimzwinge noch nirgendwo gesehen haben, erlauben wir uns, ihr unseren Namen zu geben: Die CNC14 Vise.

Und hier ist sie nun:

Es können Werkstücke - hier eine Holzbox - bis zu 450mm Tiefe eingespannt werden.

Bis zu 130 mm Abstand von der Basisplatte kann befräst werden.

Abhängig von der Höhe des Tisches, auf dem die Fräse steht, lassen sich die Werkstücke hochkant einspannen und bearbeiten. Die Höhe unseres Tisch beträgt 780mm und die gesamtmögliche Fräshöhe etwa 850 mm.

Auch Gitarren-Bodies können fest verspannt werden ...

... und Kleinteile lassen sich "mal schnell" einspannen und in Form bringen ...

Die Teile

Er wurden Multiplexplatten mit einer Stärke von 15mm verwendet

1 Grundplatte 700mm 60mm
3 Druckplatten 800mm 60mm
2 Leimzwingen
x
Rampamuffen SDKF M6
x M6 Schrauben lang Senkkopf Inbus
x
M6 Schrauben kurz Senkkopf Inbus
8 Bretter zur Schienenführung und -fixierung 50mm 400 mm
2 Endplatten plus Aufsätze
1
Wachskerze (lassen die Leimzwingen-Führungen besser gleiten)

Werkzeuge
Schraubendreher Inbus
6mm Fräser
6mm Holzbohrer
8 mm Holzbohrer (alternativ 9mm) - optimal 8,4mm

Software
Inkscape
EstlCam
SerialComCNC
GRBL

Der Gesamtpreis für Bretter, Schrauben, Rampamuffen und Leimzwingen liegt bei etwa 45 Euro. Wir haben uns im Bestand bedient und in den Resteeimer gegriffen und sind so auf Ausgaben von etwa 20 Euro gekommen.

Und hier zeigen wir das erste Projekt, dass ohne die Hilfe der CNC14 Vise nicht zu bauen wäre:

CNC14 Projekt: Die Morse-Verbindung

Anmerkung 1: Die verwendeten Maße passen zu meiner Fräse, einer Abwandlung der Meyer-Fräse. Ich habe keinen Bauplan gezeichnet, weil die CNC14 Vise sehr indivuell an die eigene Fräse angepasst werden soll. In diesem Artikel möchte ich nur das Prinzip und ein paar erste Eindrücke der erweiterten Bearbeitungsmöglichkeiten zeigen.

Anmerkung 2: Die CNC14 Vise ist nicht Bestandteil der CNC14 Fräse und wird in den Workshops nicht behandelt. Bei Interesse werden wir aber Abend-Workshops anbieten um Euch beim Bau der CNC14 Vise zu helfen.